Pause-Modus im Café um die Ecke

Ich sitze gerade in einem Café. Zuvor habe ich meinen Vater zum Arzt gefahren, aber da das Wartezimmer völlig überfüllt war, bin ich kurzerhand ausgewichen. Ich nutze solche Momente gerne, um mir in der Nähe einen Latte Macchiato zu gönnen – und vielleicht springt ja auch noch ein leckeres Stück Kuchen oder Gebäck dabei heraus.

Während Takt32 „Bleicher Horizont“ auf den AirPods läuft, habe ich mit Blick raus auf die Straße beschlossen, einfach mal meine Gedanken in Ulysses auf dem iPhone zu tippen.

Ich hatte, bevor ich mich auf den Weg machte, noch die Idee, das MacBook mitzunehmen, habe mich dann doch dagegen entschieden. Normalerweise sollte es ja nicht so lange dauern, nur sieht die Realität oft anders aus, als wir uns das zuvor noch vorstellen.

Oder wie ich immer so schön zu sagen pflege: „Da kommt mal wieder das Leben dazwischen“.

Nun sitze ich hier und blicke aus dem Fenster. Eigenartig, aber vielleicht soll es genau so sein. Anstatt sich in das MacBook zu vertiefen, schweift der Blick immer wieder über die eisüberzogenen Straßen.

Mittlerweile läuft die neue Chillhop Essentials Winter 2025 Playlist auf den AirPods.

Irgendwie liebe ich diese Momente, alleine, außerhalb des eigenen Umfelds, auch. Es ist irgendwie wie der „Pause-Modus“ des eigenen Lebens. Alles Gewohnte ist einfach mal ruhig und spielt in genau diesem Moment keine Rolle und rückt in den Hintergrund. Es ist diese kleine Pause, in der man mal die eigenen Gedanken sortieren und ordnen kann.

Es ist unglaublich, wir haben schon wieder Februar. Der Januar ist förmlich wie ein Windhauch an mir vorbeigezogen. Zurzeit habe ich echt das Gefühl, dass ich in den letzten Wochen doch etwas meinen Fokus aus den Augen verloren habe.

Oft überkam mich in den letzten Tagen dieses Gefühl der Ungewissheit, sodass ich aktuell für mich nicht sagen kann, wohin die Reise mich in den nächsten Monaten tatsächlich führen wird.

„Es ist irgendwie erschreckend, da ich das so von mir gar nicht kenne. Am besten lässt es sich mit den Worten „die Ruhe vor dem Sturm“ beschreiben. Irgendwie echt gespenstisch. Aber wahrscheinlich ist das nur die logische Konsequenz aus dem Verlassen des bisher bekannten Pfades und den daraus resultierenden Veränderungen.

Aber ich will auch ehrlich sein und möchte gar nicht mehr umdrehen und zurück. Dafür bin ich, bildlich gesprochen, schon zu weit weg vom Ufer. Im November und Dezember des letzten Jahres habe ich so viel erlebt und gelernt, wie in den ganzen Monaten davor nicht.

Vieles, was ich mir vorgenommen hatte, hat funktioniert, aber einige Projekte, wie z. B. meine EP oder den Motorradführerschein, werde ich wohl noch nach hinten schieben. Aber das ist für mich mittlerweile in Ordnung. Ich nehme mir einfach die Zeit. Die letzten Monate haben mir gezeigt, dass ich niemandem mehr etwas beweisen muss, außer vielleicht mir selbst.

Der letzte Schluck des Macchiathos ist ausgetrunken. Ich denke, ich vertrete mir noch einmal die Beine und drehe eine Runde durch das Viertel. Auch wenn es draußen eisig kalt ist.

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